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  • Prisca Hintermann

wenn gurken blauen und stangen gemeinden

Den einen ist das Haus zu Blau, den anderen die Gurken zu krumm.

Da war er also, der Neuanfang, der Anfang nach Corona, also eigentlich der Anfang vom Ende oder besser noch mitten im Ende ein Anfang. Nachdem wir also der Wirtschaft nun knappe 2 Monate Sorge getragen haben (Sarkasmus fliesst geschmeidig durch meine Adern), indem wir uns zu Hause einschliessen mussten oder hätten tun müssen oder konnten es eigentlich auch wie beim Multiple Choice handhaben - heute ja, morgen nein, übermorgen vielleicht oder so - (die Diktatur schrieb es uns so vor - also die Monokultur oder das Gewächshaus, ach einfach die, die zu acht mit 2 Metern Abstand in den Sandsteingemäuern sitzen und ausbrüten) war heute also Tag 1 von Etappe 1.


Irgendwie schwirrt mir im Kopf gerade eine neue Art der Tour de France rum und ich stelle mir vor wie sich die einen frisch gedopt vor dem Gartencenter in die Schlange stellen, mit dem Obligaten 2 Meter Abstand um dann im Gartencenter Reibung erzeugen zu können - weil es ja durchaus ausreicht wenn man den Abstand nach draussen verlegt - drinnen siehts ja dann keiner - und Reibung erzeugt ja Wärme und bei den momentan eher kalten April Temperaturen (die aktuellen Werte liegen bei PLUS 23 Grad) ist das durchaus von Vorteil.


So beschäftigen sich die einen damit nach draussen weiterhin das Bild zu wahren und die anderen erfreuen sich, dass sie vor dem Gartencenter (also nach dem Einkauf) ein Mikrofon an die Nase gedrückt bekommen um endlich auch da mal wieder mit Menschen sprechen zu dürfen, nach den langen Jahren in Quarantäne und der endlosen Einsamkeit.


Radio Teledoof auf Kanal Covid19: "Wie geht es ihnen Herr Grün? Nach der langen Zeit, mal wieder raus zu kommen, unter Leute, in der Gemeinschaft, als Gruppengewächs, als einsamer Kämpfer in der grossen weiten Welt? was brauchten sie denn gerade so dringendes aus dem Gartencenter?"

Herr Grün zu Teledoof auf Kanal Covid19: "Es geht mir gut, ich musste mir Gurkenstangen besorgen, da meine Gurken krumm wachsen"


Ich staune, über so viel Gewissheit die manche Menschen an den Tag legen. Ich staune über so viel Einsatz unsere Wirtschaft mit Konsum gleich wieder anzukurbeln, damit auch alles wieder seinen gewohnten Gang nimmt, wir Abends wieder auf dem Sofa schaukelnd vor uns "hindösen" können, mit dem beruhigenden Gewissen, dass man morgen wieder rausgehen darf. Einfach so, einfach wie immer - also wie fast immer - einfach wie damals, als die Welt noch der Menschheit gehörte und von Tag zu Tag mehr Schaden genommen hat. Ich staune darüber, dass die Nächstenliebe beim Winkel der einen Gurke aufhört - das Soziales am Abstand liegt - wenn es nicht mehr 2 Meter sind die uns trennen, dann sind wir alle endlich wieder Sozial.


Mein Sarkasmus nagt an meiner Gehirnmasse, mein Mundschutz (manche nennen es auch Maulkorb) der mich vor Gift schützt und heute auch euch, ihr lieben da draussen vor zu viel Unheil was ich auch mit Taten und nicht nur mit Worten anrichten könnte - so schwindet sie dahin, die Masse, durch grösser werdende Tränensäcke die mich am Unheil eurer Intelligenz teilhaben und weinen lassen - mich laben lassen, an dem was ihr tut oder besser nicht tun würdet.


Schön, wirklich schön dass ihr auch mit schwindender Intelligenz noch aufrecht gehen könnt, herzlichen Glückwunsch!


Und dann war da noch das zu Blaue Haus, das eine Haus in der einen Gemeinde, welche genauso von der Stange gekauft werden kann wie die Gurke die zu krumm wächst oder eben nicht krumm wachsen sollte. So suchen die Medien heute am Tag 1 von Etappe 1 nach neuen Gruselgeschichten, die uns Unterhalten sollen, uns wieder der Normalität näher bringen soll, damit wir bald vergessen was war. Damit wir das schlimmste was uns zustossen konnte aus unserer Psyche streichen können um wieder am Alltag teilnehmen zu können.


So wird heute vor Gericht - in aller Öffentlichkeit - entschieden ob das zu Blaue Haus doch besser wieder in ein eher Graueres Blau umgestrichen werden sollte, denn wer weiss, vielleicht wohnt da Herr und Frau Covid19, welche züchten was uns daran gehindert hat das zu tun was wir am besten können: Verdrängen!


Wir haben (oder hätten - zumindest die einen) die Möglichkeit aus Fehlern zu lernen, wir lernen unter anderem unseren Kindern, dass Fehler dazu da sind sich zu analysieren um diese Fehler nicht wieder zu machen, es beim nächsten Mal besser zu machen. Wir sollen Fehler anerkennen, wir sollten uns darin aufhalten um Chancen zu sehen, sie als Chance zu sehen...


Was aber tun wir?! Wir bleiben stehen, wir laufen zurück, die einen Bremsen den Berg hoch, die anderen haben gemerkt, dass Bremsen erst dann Sinn macht wenn ich den Berg runterfahre - aber eben, so liegt die Intelligenz leider weder im Gartencenter noch im viel zu Blauen Haus rum - wir haben sie, oder wir haben sie nicht.


So schliesse ich den heutigen Tag damit ab, dass ich diese Tour de France von aussen beobachte, meinen Weg dann gehe, wenn es still geworden ist, ganz still, so still - wie damals, als ausgerottet worden ist was nicht die Daseinsberechtigung hatte - auf dieser Welt die uns alles bietet - nur eben keine Intelligenz.


Happy BlueManGurk

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