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  • Prisca Hintermann

der verdeckte schrei!

Wenn Masken nicht einfach Masken sind.

Als Risikopatient muss ich mit oder ohne Viren alle 14 Tage in die Klinik und mich spritzen lassen. Ich setze mich also einmal mehr dem gesamten Unwissen der Menschheit aus und pendle zwischen Leben und Tod. Da stehe ich heute also wieder vor der Klinik, doch heute ist ja was ganz anders wie die 2 Monate davor - wir sind ja bei Tag 5 aus Etappe 1, die Spitäler behandeln wieder alle möglichen Menschen und deren Anliegen.


Da steht sie also die Frau in weiss, bewaffnet mit 2 Desinfektionsmittel-Behälter und einer weissen Schutzmaske. Sie erinnert mich irgendwie an eine Art Reinkarnation einer speziellen Spezies - Terminator in weiblicher Gestalt - TermiWomanator. Sie deutet mir an die Hände hinzustrecken, zack schon war ich voll mit dem übel riechenden Desinfektionsmittel, sie schaut mich erneut an, rügt mich und sagt mir "sie müssen ihre Schutzmaske aus Stoff auswechseln und eine von uns nehmen" ich schaue sie fragend an und meinte "ich komme alle 14 Tage mit der Stoffschutzmaske hin, keiner sagte je was - dann erklären sie mir doch bitte den Unterschied" sie wurde Unsicher, meinte nur "es ist unsere Weisung". Erneut sprüht sie meine Hände voll mit Desinfektionsmittel, erinnert mich noch daran, dass ich mir nicht mehr ins Gesicht fassen darf und bitte beim Verlassen des Gebäudes den Ausgang rechts benutzen solle.


Ihr wollt mir also weiss machen, dass meine Schutzmaske mir weniger Schutz bietet als die von euch? So habt ihr mir also die ganzen 2 Monate weiss gemacht, dass uns Masken (generell Masken) nicht vor einer Ansteckung schützen würden? So habt ihr also die ganze Zeit davon geredet, dass ein "Stay at Home" mehr bringt wie eine Schutzmaske, oder auch, dass Kinder nicht erkranken können, Übertrager sind, oder dass die Grosseltern ihre Enkelkinder wieder in die Arme schliessen können, diese aber nicht zu lange und schon gar nicht über Nacht bleiben sollen - aber ihr beharrt immer noch darauf, dass wir die 2 Meter Abstand einhalten müssen.


Wir alle sind Schachfiguren. Weiss das Leben. Schwarz der Tod. Weiss beginnt. Schwarz gewinnt!

Wollt ihr mich eigentlich verarschen? Wollt ihr uns weiter an der Nase rumführen. Das Etappenweise öffnen mit Schutzmassnahmen soll also was bringen? Die Wirtschaft wieder ankurbeln? Das schlechte Gewissen wieder runterfahren? Ihr sagt uns, wir haben es im Griff? Was habt ihr den im Griff? Das Virus? Die Finanzen des Landes? Die Sterberate wieder im Lot - Standard - oder was genau habt ihr im Griff? Wie könnt ihr uns 2 Monate lang vorschreiben wie was laufen soll und nach 2 Monaten nichts weiter in den Fingern haben als wieder back to Basic und einfach mal abwarten und schauen, zuschauen - bissle von dem, bissle von jenem - und am Ende wieder alles schliessen wenn eure Vermutungen doch falsch sind!


Kein Impfstoff, keine Resultate! Mutmassungen und Schikane! So packe ich meine eigene Schutzmaske in meine Hosentasche, ziehe mir die von euch auf. Lasse mir den weissen Maulkorb aufdrücken, steige in den Fahrstuhl, drücke Taste F um das passende Stockwerk auszuwählen. Mit mir zusammen stehen weitere Personen im Fahrstuhl, keine 2 Meter Abstand trennen uns, die eine hustet, die andere niest! So steige ich aus, laufe den langen, kahlen Flur entlang, setze mich vor die passende Türe und warte bis mein Name an der Reihe ist. Zweimal begegnen mir Menschen die keine Schutzmasken tragen, vielleicht sind die geheilt, ausgeheilt oder anders. Vielleicht ist es eben doch nur eine Einbildung, oder es sind Rebellen, Querschläger, Unartige und Böse Menschen.


Unwissen schützt vor Dummheit nicht! So schlendere ich mich ins Krankenzimmer, lasse mir meine Medizin spritzen, verabschiede mich, nehme beim Ausgang die rechte Türe, werfe die kaum gebrauchte Maske in den Mülleimer und ziere mein Gesicht wieder mit meiner eigenen Maske, aus Stoff - wenn sie mich nicht schützt, dann habe ich wenigstens Stil bewiesen. In 14 Tagen werde ich wieder mit meiner eigenen Maske da stehen und mich Überraschen lassen was sie sich Neues haben einfallen lassen.


Life is for living and living is free! Turn around and see the circles we spin and we're taking our chances on where we begin.

Ich kann mich nicht allem Widersetzen, ich will auch nicht alles anders sehen oder anders machen wie die anderen, aber ich bin mit einer Masse im Gehirn geboren worden, ich habe gelernt diese Masse einzusetzen, Dinge zu hinterfragen und wenn mir keiner klar und sinnvoll erklären kann, warum die eine Maske besseren Schutz bieten soll wie die andere, dann frage ich mich, warum man den Risikopatienten die Wochen und Monate davor niemals gesagt hat, dass wir uns mit den eigenen Masken keinen gefallen tun.


Ich verstehe nicht, ich verstehe so oft nicht warum Dinge sind wie sie sind. Ich kann nicht nachvollziehen warum wir nicht lernen, neue Wege suchen und neue Wege erlernen. Wir legen die Wirtschaft, das Land, die Welt lahm, sperren die Menschen in ihr zu Hause ein und trimmen ihnen ein, dass sie sich fern halten sollten, von allem und jedem. Am besten springt ihr gleich alle vom Hochhaus und krepiert. Was soll denn das? Was soll das Mut-machen, das Lügen, was sollen all diese Etappen, wenn ihr am Ende nicht wisst was ihr tut und warum brauchen wir die Regierung wenn wir uns selber navigieren könnten?


Ich könnte all diese Fragen in meinem Kopf "Überufern" lassen, ich könnte all meine Fragen in eine Spirale legen um sie endlos werden zu lassen. Ich könnte aber auch einfach weiter meinen Kopf gebrauchen, mich dem Widersetzen was mir unlogisch erscheint und am Ende schütze ich mein Leben nur dann, wenn ich gelernt habe zu Vertrauen, auf mich, auf das was mein kleiner innerer Berggeist mir mitteilt. So werde ich heute, wie auch morgen Abstand halten, mich schützen, ganz egal mit welchen Gegenargumenten ihr kommt, ich werde mich erst überzeugen lassen, wenn die Sachlage klar ist.


Der Virus, der uns am Ende umbringen wird, wird ganz bestimmt nicht Covid19 sein!

So werden in 2 Wochen auch die Schulen wieder geöffnet, die Grosseltern können ihre Enkelkinder wieder sehen, sie Umarmen aber draussen im Zelt schlafen lassen. Die Eltern gehen wieder ihrer Arbeit nach, die Strassen werden wieder vollgestopft sein, die Züge wieder unpünktlich eintreffen, Herr Müller sich wieder über Herr Meier beklagen, der Alltagstrott wird weitergehen. Die Haut ist dünner geworden, vielleicht gibt es noch den einen oder anderen Toten, weil ja immer noch der Abstand von 2 Metern gilt. Gehörlose werden beim einen und anderen Treffen leiden, weil sie mit all den Maskierten Menschen rundherum erst recht nichts mehr verstehen. Homeoffice wird wieder verpönt und die Kinder können wieder mit dem Frontalunterricht in ihre Zukunft schreiten. Die Risikogruppen werden aufgefordert sich ein Leben ausserhalb der Menschheit zu suchen und werden früher oder später aussterben. Covid19, so wird es sich herausstellen ist ein Produkt das von Menschenhand erschaffen wurde. Nicht die Natur rottet sich am Ende selber aus, wir haben aber Masse im Kopf und können Aufrecht gehen und stehen - das reicht doch!


Blumenpflückend schwirrt es in meinem Kopf: "Godot kommt nicht, Godot kommt doch, Godot kommt nicht, Godot kommt doch... "


Warten auf Godot - wer es nicht kennen sollte: Im Ausharren einer Nebensächlichkeit wegen geht es darum, sich die Zeit zu vertreiben; in der Auseinandersetzung mit den drängendsten Fragen der Nachkriegszeit geht es darum, damit gleichzeitig auch das Denken zu vertreiben und den Ursachenfragen durch immer neue Spiele auszuweichen. Was im ersten Fall noch als „absurdes Theater“ zweier Landstreicher erscheint, wird im zweiten Fall zur Kritik an der moralischen Verweigerung einer Welt, sich rückblickend mit ihren Traumata zu beschäftigen und an der Verhinderung der nächsten zu arbeiten. Die das Stück eröffnende und mehrfach wiederholte Formel „Nichts zu machen“ ist daher semantisch einerseits deskriptiv gemeint in Bezug auf Godots Antwort, andererseits präskriptiv in Bezug auf die Ablehnung aller Ursachenfragen in der Gesellschaft.


So warte ich, auf Godot!

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