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  • Prisca Hintermann

COVID19

Mexikanische Biere und andere Viren...

...oder nennen wir es doch gleich beim echten Namen: Parasiten, wohin das Auge blickt, überall nur Parasiten! Ihr kennt mich noch von "Gestrandet in Schlumpfhausen" oder besser noch als fengsuizid. Mein letzter Eintrag datiert das Jahr 2017! Und dann kam Corona. Da bin ich wieder, aus der tiefen dunklen Seele die in mir lacht, laut lacht und sich mal wieder zu Worte melden wollte.


Eigentlich liegt es mir nicht, als bekennender NICHT Lemming das zu tun was die Masse tut - Luft raushauen wo keine gebraucht wird, aber heute platzt er mir, der Kragen, der bei 25 Grad Aussentemperatur immer noch steht wie ne eins, der sich enger um den Hals schnürt wenn ich ausatme und sich ausweitet wenn wieder Luft rein kommt.


Als Covid19 auf uns zusteuerte, alle Länder rund um die Schweiz ihre Schotten dicht machten, haben wir uns noch immer den einen oder anderen Drink draussen in der Welt gegönnt, Menschen umarmt, laut gelacht und gedacht "uns trifft sowas eh nicht", wir haben weiter gemacht, so als wären wir der Nabel der Welt, der sowieso und immer noch alles im Griff hat - wie immer und wie immer schon! Ach und das Tessin gehört ja nicht zur Schweiz, es liegt ja näher bei Italien weil der Gotthard ja noch die restlichen Teile verbindet.


Als die Zahl der Toten und Infizierten Menschen rund um die Schweiz anstieg, Italien (wie auch das Tessin) uns mehrmals anflehte endlich die Grenzen zu schliessen, traten sie auf, die 8 (noch) Föhn-Frisierten Gestalten im aus Sandstein gebauten Schloss das mitten in Bern steht und informierten uns darüber wie wichtig es denn nun wäre Abstand zu wahren - mindestens 2 Meter und Gruppenansammlung zu meiden, haben die einen gelacht und die anderen gepfeffert.


"Wir appellieren an die Vernunft der Schweizer Bürger sich zu Hause aufzuhalten, sich nur noch für die nötigsten Besorgungen draussen aufzuhalten und den Kindern via Homeschooling die Bruchrechnungen beizubringen."


Vernunft: "Der Begriff der Vernunft bezeichnet in seiner modernen Verwendung ein durch Denken bestimmtes geistiges menschliches Vermögen zur Erkenntnis."


Genau da entsteht das Hauptproblem. Und genau da endet es auch. Knappe 2 Monate Quarantäne - alle Länder rund um die Schweiz riegeln alles ab, die Menschen müssen zu Hause bleiben (die Regierung hat es so entschieden), sie müssen sich Ausweisen wenn sie nach draussen gehen und können, wenn dann genau einmal die Woche wichtige Besorgungen machen. Sie werden dauer-überwacht, sie werden Fremdbestimmt - eine Person hat das so entschieden, weil EINE Föhn-Frisierte-Person reicht um ein Pandemie-Gesetz, einen Ausnahmezustand auszurufen!


Dann war da die Schweiz! Und genau da platzt mein Kragen. Die Bundesregierung hat Massnahmen getroffen die weder Ganze noch Halbe Sachen unterstützt. Die Wirtschaft leidet, viele Menschen darunter werden Jahre danach noch darunter leiden und man hat den Menschen "nahe gelegt Vernünftig zu sein" das heisst also, dass jeder machen soll wie er gerade kann in seiner Vernunft, denn Konsequenzen hat es nicht, die Gruppen werden zwar von der Polizei getrennt, sie treffen sich beim Weggang der Polizei aber wieder - die Massnahmen binden dem Gesetzeshüter genau so die Hände wie dem linken oder rechten Nachbarn.


Wir halten zusammen - in Guten wie in Schlechten Zeiten - ich stelle mich auf meinen Balkon, in den Garten und Klatsche, lauter, fester, netter, spendender und erfreue mich, dass das Pflegepersonal, die Verkäufer, die Lastwagenfahrer, die Gesetzeshüter (und alle anderen, die eh schon seit Jahren wegen Unterbezahlung als Schuldner und Schwächstes Glied der Kette gelten) endlich mal ein Lob erfahren können! Was bringt uns das? Was bringt es uns am Ende dieser Geschichte? Eine Veränderung? Kann ich mit dem Klatschen der Bevölkerung nun was abgewinnen für meine daheimgebliebenen Kinder, die gerade nicht versorgt werden können, die eh schon die Schokolade nur aus dem TV kennen und nicht wissen wie es ist wenn man 7x24 um seine Eltern sein kann - weil dieses Lockdown (oder nennen wir es Vernunftsschubiduuu) am Ende wieder nur dem Teil der Bevölkerung was gebraucht hat der es eh schon nicht nötig gehabt hätte.


Dann waren da die netten Hilfspakete die einer Überschuldung gleichen - aber als "Soforthilfe der netten Schweiz" angepriesen worden sind. Wem, ausser der Wirtschaft hilft denn diese Kreditvergabe - dieses Zinsgefickte Darlehen?! Die einen werden dieses "Hilfspaket" annehmen, Privatkonkurs anmelden und einen neuen Laden eröffnen, die anderen werden in 2-3 Jahren ihre Existenz ganz verlieren ABER der Staat kann mit ihrer Analyse dann Rückblickend sagen "der Covid19 hat unserer Wirtschaft nicht grossen Schaden zugefügt" und dann klatschen sie wieder, die Bevölkerung, hüpft und springt und geht in den bereits gesetzten Fussspuren weiter - gelernt haben sie nichts, es ist ja wieder alles gut und wir können uns wieder dem widmen was wir am besten können - dem unnötigen Nichtstun und wichtig sein!


Homeschooling, ein wichtiger Bestandteil, die Kinder sollen ja nicht vergessen was am Ende ihrer Kindheit wichtig ist - Bruchrechnen, unter anderen, denn wenn Covid19 mutiert wissen sie zumindest dass es Mathematisch gesehen Sinn gemacht hat!


Die Natur konnte für einen kurzen Augenblick durchatmen - die Tierwelt hat sich für den einen Moment darüber erfreut, dass kein 2 Beiner störte was ihm nicht gehörte. Dann kam die Etappenweise Lockerung, bissle von dem hier, bissle von dem da, bissle noch von dem da oben und am Ende noch ne Prise Salz - 2 x Schütteln und fertig ist was schon mal da war - eine Gruppe voller Ignoranten - back to normal!


Mein Kragen platzt mit jeder neu-geschriebenen Zeile! Ich stelle nicht andere an die Wand, ich gehöre auch nicht zu denen die am Ende abdrücken oder gar einen Stein werfen würden. Aber ich gehöre zu dieser Spezies die nicht springt wenn es die anderen möchten, ich springe dann, wenn ein Plan einen Sinn ergibt, wenn eine Etappe durchdacht ist, wenn weder die Kleinen noch die Grossen, weder die Reichen noch die Armen darunter leiden müssen und wenn am Ende nicht die Wirtschaft im Vordergrund sondern das Recht und die Gesundheit des Menschen im Vordergrund steht. Wenn wir lernen aus Fehlern, wenn wir aufhören da weiterzumachen wo es aufgehört hat, wenn wir die zwei Monate Auszeit genutzt hätten Bilanz zu ziehen wie wir es jetzt besser machen könnten!


Kein Mensch muss ins Büro fahren um da zu arbeiten, wenn er nicht muss! Homeoffice im Jahr 2020 funktioniert, Covid19 hat es bewiesen. Fernschulungen machen Sinn, denn nicht jeder kann im und unter Gruppendruck arbeiten und das Klima dankt es uns - wir haben es gesehen! Umarmungen müssen nicht vollbracht werden, wenn es nicht Gründe dafür gibt (und es gibt selten Gründe dafür). Wir brauchen auch keine Importe oder Exporte, wir haben hier alles, die eigene Wirtschaft wird da stark wo die Unterstützung stattfindet und zwar von jedem Einzelnen. Angebot und Nachfrage ist in etwa so gelogen wie das Sofort-Hilfspaket der Schweiz!


Anfangen kann jeder da wo er aufhört zu Lügen!


Rand-Note: Ich bin im übrigen ein Risikopatient und habe von der Geschichte in keiner Hinsicht profitiert. Ich bin auf die Medikamente alle 10 Tage angewiesen, musste den Weg ins Spital auf mich nehmen, Maske tragen (welche ja bereits in der ersten Woche von Covid19 ausverkauft waren) mich in Quarantäne begeben - weil ich unter dem Dach einer Familie lebe, welche ja auch nicht einfach so keine Kontakte hatten - die Etappenweise Planung hilft mir nicht weiter, keine Maskenpflicht und noch mehr Ignoranten. Ganz abgesehen davon wie alle anderen Risikopatienten weiter damit umgehen sollen und können.


So Frage ich mich gerade wie mein Leben wohl nach dem 27.04.2020 aussehen wird - wenn wieder jeder Tun und Lassen kann wie er es gerade möchte.


Am Ende ist es nicht der Virus der uns eingeschränkt hat, sondern unser eigener Horizont - der Warnschuss der Natur war da. Wir hören ihn nicht, wir glauben nicht - so werdet ihr am Ende alle zu Staub und die Geschichte schreibt nicht: "Und dann kam der Urknall" nein, sie schreibt sich neu: "Und dann kam Corona" - wer hätte je gedacht, dass der Mexikaner am Ende darauf scheisst ob da ne Mauer steht oder nicht - vielleicht hätten wir bei der Planung der Wirtschaft doch besser auf Mexiko gesetzt.


In dem Sinn und Geiste: Prosit!

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