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  • Prisca Hintermann

36 Stunden In selbst-quarantäne

Für die weitere Behandlung gehen Sie bitte zum COVIDtrack!

Halsschmerzen, Fieber - als Risikopatient bin ich verpflichtet meinen Arzt darüber zu informieren, dass meine Gesundheit gerade nicht das tut wie man es gerne hätte. So rufe ich also im Inselspital Bern an (da hole ich alle 10 Tage meine Spritze ab) und frage wie das weitere Vorgehen ist.


Frau A versucht weitere Informationen von mir zu erhalten, ich wiederhole mich und meine Krankengeschichte gefühlte 10 x und repetiere wohl genau so oft mein Geburtsdatum (nicht zu vergessen, dass sie mich alle 10 Tage spritzt - sie kennt mich also) sie sagt mir dann nach geraumer Zeit "bitte rufen sie doch erst ihren Zuständigen Arzt in Unispital Zürich an, er soll ihnen dann eine Verordnung geben und dann melden Sie sich wieder bei uns" - so verabschiedete ich mich.


Ich rufe also im Unispital Zürich an, die Sekretärin meines Arztes hebt das Telefon ab, nachdem ich ihr meinen Fall geschildert habe meinte Sie zu mir, dass mich mein Arzt zurückrufen wird, er sei gerade in einer Besprechung. So wartete ich also auf seinen Anruf.


Klingeldiklingelding


"Guten Tag Frau Hintermann, ich bitte Sie sich umgehend einem Covid19 Test zu unterziehen, das tun sie am besten im Inselspital Bern, da sie ja gerade in der Gegend sind." Ich meinte dann: "könnten sie mir eine Email zustellen mit dem Aufgebot von Ihnen, die von der Insel verlangten sowas..." er war kurze Zeit ruhig und meinte dann: "sowas braucht es doch nicht, sie sind Risikopatientin und das Wissen die doch"...


So rief ich erneut beim Inselspital Bern an. Frau B (es war eine andere Dame vor Ort, diese wurde aber bereits vor informiert und auch diese Dame kennt mich) hob ab und ich fragte sie "wo darf ich mich melden um mich auf Covid19 testen zu lassen?" Frau B sagte mir dann: "bitte rufen sie doch beim Empfang vorne an, dann können sie ihnen sagen was sie tun müssen" ok - ich legte also erneut auf und suchte die Telefonnummer für den Empfang raus.


Klingeldiklingelding


Frau C hob ab und meinte (nachdem ich erneut schilderte was ich schon zum xten Mal wiederholte): "Sie können zum Notfall fahren, da ist dann alles ausgeschildert, bitte ziehen Sie sich eine Maske an." So hatte ich gefühlte 3 Stunden später das OK dazu mich als Risikopatient auf den Weg ins Inselspital Bern zu machen, ich fuhr also los und es war wie erwähnt alles gut ausgeschildert, ich habe den Wagen geparkt und habe von der einen Sicherheitsbeamten folgende Informationen erhalten:

Da stand ich also, beim Aufnahmeschalter. Ein Kasten wie ein umgebauter Kiosk, darin hinter Plexiglas eingeschlossen sass eine Dame mit Mundschutz und hat mich alles mögliche gefragt - Alter, Krankheit, Symptome, Konfession, Verheiratet, Ledig, Single, im selben Haushalt wohnend usw. - und mich dann gebeten mich weiter nach unten zu begeben und immer hinter der Absperrung zu bleiben. Ich habe dann einen weiteren Aufnahmeschalter angetroffen, selbes Spiel, andere Dame. Nun durfte ich mich in einen Sterilen Raum setzen, vor mir war eine Wand aufgebaut welche alles dahinterliegende abdeckte. Ich erspähte 2 Damen verhüllt und gut eingepackt in Ganzkörper Pijamas (die eine in Weiss, die andere in Gelb), Schutzmasken und Brillen. Nach einiger Zeit wurde mein Name aufgerufen, ich wurde nochmal ausgefragt, dann wurde Fieber gemessen und in meinen Mund geschaut, natürlich ohne jegliche Berührungen, alles aus der Ferne. Ich war erstaunt, dass man eine Beschlagene Zunge aus dieser Distanz erkennen konnte und ansonsten man beim Arzt immer dieses hässliche Holzstäbchen bis zum Anschlag ertragen musste um nur ein wenig was vom Halszäpchen sehen zu können.


Nun gut, nachdem meine Koordinaten aufgenommen wurden, hat sie mir noch eine Handvoll Flyer in die Hände gedrückt und sich verabschiedet. Ich wurde also weitergereicht an die Dame in Gelb. Sie meinte zu mir, dass sie nun mit einem Stäbchen in mein Nasenloch zirkeln würde um einen Abstrich machen zu können, es sei etwas unangenehm. Ich nickte zögernd bis ich das "Stäbchen" zu Gesicht bekommen habe!


Ich meine, ihr kennt doch alle diese Zahn-zwischenraum-reiniger?!

Jetzt stellt euch die bitte mit einem langen dünnen Draht vor - das soll also in dein Nasenloch rein, um einen Abstrich machen zu können. OMG. Nun gut, man ist ja Tapfer, so beisse ich mir Gedanklich irgendwie auf die Zähne. Es schmerzt, es brennt es ist sowas von unangenehm. Der dritte Anlauf hat dann unter Gewalteinfluss der Dame doch noch funktioniert, meine Nase blutete und mein Abstrich landete in einem Reagenzglas und wurde ins Labor gefahren.


"Wenn sie bis in 36 Stunden nichts von uns hören, dann sind die Ergebnisse negativ!"

Ich wurde entlassen, in eine Welt aus Regeln - welche unter anderem folgende Punkte beinhalteten:

Wenn Sie mit anderen Personen im gleichen Haushalt leben

  • Richten Sie sich allein in einem Zimmer bei geschlossenen Türen ein und nehmen Sie die Mahlzeiten in Ihrem Zimmer ein. Lüften Sie Ihr Zimmer regelmässig.

  • Vermeiden Sie jegliche Besuche und Kontakte und verlassen Sie das Zimmer nur, wenn nötig.

  • Halten Sie Abstand zu anderen Personen (mindestens 2 Meter)

  • Vermeiden Sie jeden Kontakt mit Ihren Haustieren

  • Benutzen Sie Ihr eigenes Badezimmer. Wenn dies nicht möglich ist, reinigen Sie die gemeinsamen sanitären Anlagen (Dusche, Toilette, Waschbecken) nach jedem Gebrauch mit einem handelsüblichen Desinfektionsmittel.

  • Teilen Sie Ihre Haushaltsgegenstände wie Geschirr, Gläser, Tassen oder Küchenutensilien nicht mit anderen Personen. Reinigen Sie diese Artikel nach Gebrauch in der Abwaschmaschine oder sorgfältig mit Wasser und Seife.

  • Teilen Sie Handtücher oder Bettwäsche nicht mit anderen Personen. Waschen Sie und alle Haushaltsmitglieder Ihre Kleider, Bettwäsche und Badhandtücher regelmässig in der Maschine.

  • Lassen Sie sich Lebensmittel sowie andere unverzichtbare Produkte wie zBsp. Medikamente durch Familienangehörige, Freunde oder einen Lieferservice vor die Haustüre liefern...

Wenn ich nicht gerade der Prinz aus Monaco bin und in einem Schloss aus 10 Zimmern lebe, jedes Familienmitglied eigene Angestellte hat und man sich im Flur so oder so nur alle 10 Jahre einmal begegnet, jeder ein eigenes Bad sowie einen eigenen Hundebetreuer besitzt, dann ist das ein einfaches unterfangen. Aber ich bin weder Prinz, noch Prinzessin, noch habe ich die Möglichkeit mein Zimmer kurzerhand so um-herzuschieben, dass wenn ich es verlasse nicht doch plötzlich jemandem begegnen würde (ausser ich springe aus dem Fenster - wobei auch da noch Menschen vorbeigehen könnten). Ausserdem nicht zu vergessen, die Grippeähnlichen Symptome sind da und mir ist gerade nicht nach selber Waschen und Lieferservice und was weiss ich sonst noch alles.


So absurd das alles doch klingt, so lebe ich seit geraumer Zeit mit dieser Familie die ich nun meiden sollte unter einem Dach. Wir begegnen uns ständig und ewigs und wir setzen uns normalerweise auch nicht in einem 10 Meter Abstand voneinander weg wenn wir TV schauen oder draussen im Garten baden... So haben die sich ja schon lange angesteckt, sich bereits alles von mir geholt was ich nun doch nicht mehr verhindern kann und wer erklärt dann bitte meinem Hund, dass er die kommenden 36 Stunden von mir weder Essen, noch Streicheleinheiten noch Pinkelpausen bekommen wird?


Ich bin verwirrt. Verwirrt vom System, verwirrt von der nicht tragbaren Verantwortung! Ich kann nicht gewährleisten, dass ich keiner Menschenseele begegne und ich kann auch nicht gewährleisten, dass ich alles korrekt machen werde. Was aber am schlimmsten ist, dass ich 36 Stunden mit der Ungewissheit leben muss, allein gelassen werde, in meinem Zimmer, ohne Fenster, ohne Türen - jede Gefängniszelle bietet mehr Luxus wie meine Selbstquarantäne, denn nehmen wir all das geschriebene Wortwörtlich, so sollten wir uns am besten direkt in Luft auflösen.


Leute, ich habe kein Covid19 und ich bin dankbar. Es war eine Grippe! Ich bin genervt, genervt von dem Vorgehen, ich bin enttäuscht - dass sich wie in tausenden meiner Blogs davor - das wir nichts verändern wollen. Das wir die Hau-Ruck-Übungen auf dem Rücken der anderen austragen wollen, dass wir den Menschen vorschreiben was sie tun und lassen sollen aber am Ende die Regierung keinen Plan hat. Keine Maskenpflichten, aber dann doch wenn verdacht besteht? Also was denn nun? Schützen diese Dinger oder tun sie es nicht?


Meine Freunde, meine Familie, alle gehen (weil sie es müssen) am Montag 11.05.2020 wieder raus auf die Strassen, müssen arbeiten oder die kleineren in die Schule - ich als Risikopatient bleibe zu Hause, weiterhin in Quarantäne, denn ich gehöre ja leider zu denen, für die es sich nicht lohnt weiter an einer wirklich wichtigen Sache zu arbeiten "Tod zu vermeiden" so leben sie frisch und fröhlich, feiernd in ihren Gemäuern und scheissen darauf ob man Alt, jung, krank oder was auch immer ist.


Ich frage mich gerade, ob nicht doch dieser Virus entstanden ist, weil wir die Rente nicht mehr für alle Garantieren können?!


In dem Sinne -Zahn-zwischenraum-reiniger gehören nicht ins Nasenloch!

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